1. Wie beschreiben Sie das Geschäftsfeld der co.don AG?

Die co.don AG erforscht, entwickelt und vertreibt Arzneimittel und Methoden für die Behandlung von geschädigten Gelenkknorpeln und Bandscheiben.

2. Was ist Tissue Engineering?

Tissue Engineering beschäftigt sich mit der Herstellung biologischen Ersatzgewebes für verletzte Organe und Gewebe. Unter Verwendung körpereigener Zellen haben Tissue Engineering-Firmen bereits Gewebe wie Haut, Knorpel, Knochen und Blutgefäße sowie Leber und andere Organe entwickelt. Die Tissue Engineering-Industrie wird von vielen Analysten als ein schnell wachsender Markt mit substantiellem Entwicklungspotential eingestuft.

3. Wann wurde die co.don AG gegründet?

Im November 1993 wurde das Unternehmen als co.don GmbH gegründet. 1999 wurde die co.don GmbH in die co.don AG umgewandelt. Seit Februar 2001 ist die co.don AG börsennotiert

4. Welche Produkte stellt die co.don AG her?

Die körpereigenen Zelltransplantate der co.don AG  werden seit 1997 zur Behandlung von umschriebenen, traumatisch und degenerativ bedingten Knorpeldefekten in Gelenken und Bandscheiben eingesetzt. Über 9.000 Patienten (Stand April 2016) wurden seitdem mit körpereigenen Knorpelzelltransplantaten behandelt. 

co.don chondrosphere® integriert sich aktiv in das degenerierte Gelenkknorpelgewebe. Dadurch besteht u.a. die Möglichkeit einer Wiederherstellung der natürlichen Funktionsfähigkeit geschädigter Gelenke. Das außerhalb des Körpers gezüchtete autologe dreidimensionale Arzneimittel verfügt über eine von den Zellen selbst gebildete Matrix und benötigt keine weiteren fremden Trägermaterialien.

co.don chondrotransplant®DISC ist das weltweit erste, aus körpereigenen Zellen hergestellte Arzneimittel zur Behandlung von degenerierten Bandscheiben. 

5. Was sind körpereigene Knorpelzelltransplantate?

Nach der Vorgabe des bundesdeutschen Gesundheitsamtes sind körpereigene Tissue Engineering-Produkte als „zellbasierte“ biologische Arzneimittel eingestuft. Als körpereigene Produkte können sie nicht im voraus hergestellt werden, sondern werden nach Eingang eines speziellen Auftrags produziert. Sie sind nicht lagerfähig, sondern werden direkt vom Hersteller zum Anwender transportiert. Die Zelltransplantate können nicht sterilisiert werden, daher läuft die gesamte Herstellung in integrierten Isolatoren ab.

6. Welche Vorteile haben co.don-Produkte?

Wir glauben fest daran, dass die am Besten wachsenden Zellen nur durch patienteneigenes Serum hergestellt werden sollten, ohne Antibiotika, Fungistatika, Wachstumsfaktoren oder genetische Veränderungen, um eine Immunreaktion des Körpers zu vermeiden. Unser Verfahren wird deshalb als streng körpereigen oder autolog bezeichnet. Die Vorteile in der Anwendung sind ferner die einfache OP-Technik und kurze Transplantationszeiten, eine vollständige Integration der neuen Zellen und die Möglichkeit einer minimal-invasiven und arthroskopischen Anwendbarkeit. Charakteristisch ist der hohe Qualitätsstandard der Produktion, die durch eine einzigartige Reinraumtechnologie, die Integrierte Isolatorentechnologie (IIT®), erreicht wird. 

Abstoßungsreaktionen des Körpers auf das Transplantat sind auf Grund der vollständig körpereigenen Bestandteile der Produkte ausgeschlossen.

7. In welcher Entwicklungsphase befinden sich die Verfahren der co.don AG?

Die Produkte der co.don AG werden aktiv im deutschen Markt vertrieben. Seit 1997 wurden die körpereigenen Zelltransplantate der co.don AG über 7.200mal erfolgreich bei Patienten angewendet.

8. Werden die Kosten von den Krankenkassen getragen?

In Deutschland erstatten die Gesetzlichen Krankenkassen die Behandlung mit körpereigenen Knorpelzelltransplantaten in der Bandscheibe sowie im Kniegelenk, im Hüftgelenk und im Ellenbogengelenk. Zukünftig könnten auch weitere Indikationen, wie die Behandlung der Schulter- und Sprunggelenke, erstattet werden, für die wir bereits heute eine Lösung anbieten.

Bei Privaten Krankenversicherungen bestimmt sich die Leistung der Kasse an dem zwischen dem Versicherten und der Kasse individuell verhandelten Leistungspaket. Erfahrungsgemäß ist die Erstattung der Behandlung mit körpereigenen Knorpelzelltransplantaten durch private Versicherungen unproblematisch.

Mit Erreichen einer europäischen Zulassung wird das Medikament nach heutiger Einschätzung der co.don AG die wesentliche Grundlage für eine Erstattung durch die Krankenkassen in allen europäischen Ländern besitzen.

9. Wie sichert die co.don AG ihren Technologievorsprung?

co.don hält zahlreiche Patente und Lizenzrechte. Darüber hinaus hat die co.don AG für die verschiedenen Produkte Markenschutz angemeldet bzw. beantragt. Die Patentposition wird kontinuierlich nach Vorlage von Forschungs- und Entwicklungsergebnissen ausgebaut.

10. Was sind die "Centers of Excellence"?

"Centers of Excellence" sind regionale Krankenhäuser, Arztpraxen und Universitätskliniken. Die Gründung von "Centers of Excellence" erfolgt mit dem Ziel, die innovativen Produkte der co.don AG im medizinischen Umfeld voranzutreiben, klinische Anwendungsergebnisse auf internationalen Kongressen darzustellen, sowie Schulungszentren für Chirurgen für das Kennenlernen des chirurgischen Verfahrens und der klinischen Verwendung der co.don Produkte einzurichten.

11. Wie ist die aktuelle Mitarbeiterzahl?

Derzeit (März 2016) sind bei der co.don AG 80 Mitarbeiter beschäftigt.

12. An welchen Börsen wird die co.don Aktie gehandelt?

Die Aktie der co.don AG ist an der Börse in Frankfurt im General Standard notiert und wird im Freiverkehr auch in Berlin-Bremen, Düsseldorf, Stuttgart, Hamburg und Hannover gehandelt.

13. Welches Marktpotential sehen Sie z. B. in Deutschland? 

Unter der Annahme von ca. 30.000 Anwendungen p.a. allein im Kniegelenk besteht bei einem Einzelanwendungspreis von ca. € 5.000 ein Umsatzpotential von ca. 150 Mio. € jährlich. Hinzu kommen noch die Potenziale aus der Anwendung in Hüfte, Sprunggelenk, Schulter usw. Die co.don AG plant - nach erfolgreicher EU-Zulassung – das Verfahren der ACT 3D in den Lizenzvertrieb zu geben. Aus dem vorgenannten Umsatzpotential ergibt sich ein Lizenzeinnahmepotential – bei einer Lizenzgebühr von 10% auf den Verkaufspreis - von ca. 15 Mio. € jährlich. Das weltweite Umsatzpotential (insbes. für die EU, die USA und Japan) kann pro rata auf Basis der Bevölkerungszahlen hochgerechnet werden. 

14. Welche weiteren Entwicklungskosten einschließlich Studien- und Zulassungskosten stehen voraussichtlich an?

Die Kosten für die Durchführung der gegenwärtig laufenden Studien für das Gelenkknorpelprodukt belaufen sich auf schätzungsweise ca. 8 Mio. €.

15. Werden die „Klinischen Phasen“ eigenfinanziert oder mittels strategischer Partnerschaften mit Pharmaunternehmen realisiert?

Die co.don AG plant die Eigenrealisierung der „klinischen Phasen“. Der notwendige Kapitalbedarf soll durch Kapitalerhöhungen seitens der Aktionäre und interessierter neuer Investoren erbracht werden.

16. Sind öffentliche Fördermittel beantragt worden?

Öffentliche Fördermittel für die Phase 2 Studie sind in Höhe von 2,5 Mio. € durch die ILB Investitionsbank Brandenburg bewillig worden.

17. Was verbirgt sich hinter dem Namen co.don?

Die genetische Information jeder Zelle ist in sogenannten Codons in den Genen kodiert. Codon ist eine spezifische Abfolge von drei aufeinanderfolgenden Nucleotiden, die den genetischen Code enthält.

18. Wie kann ich den aktuellen Geschäftsbericht und Zwischenberichte beziehen?

Alle Veröffentlichungen werden auf der Website der co.don AG zum Herunterladen angeboten und können auch per E-Mail an ir[at]codon.de angefordert werden.